MICE-Perle Luzern

Luzern: MICE-Glanz

KKL Luzern, Verkehrshaus, Messe Luzern: Die Stadt am Vierwaldstättersee trumpft mit bekannten MICE-Locations auf, stösst aber bei den Hotelkapazitäten an Grenzen. Tourismusdirektor Marcel Perren jedoch lässt sich davon nicht beirren. Er strebt mittelfristig eine Steigerung des MICE-Anteils bei den Logiernächten an.

Luzern ist beliebt: Die Stadt hat trotz wirtschaftspolitisch schwierigem Umfeld in den letzten fünf Jahren ein Logiernächte-Plus von über 11 Prozent verzeichnet. Im vergangenen Jahr übernachteten rund 1,3 Millionen Personen in der Leuchtenstadt. Was auffallt: Mittlerweile logieren mehr Gaste aus Asien als aus der Schweiz in Luzern. Beim Treffen mit der Event Emotion ist Tourismusdirektor Marcel Perren denn auch gerade frisch zurück von einer Promotionstour in Asien. Dort ist Luzern vor allem als Feriendestination bekannt. Das Convention-Team erhalt aber auch konkrete Anfragen für Incentive-Reisen. «Am stärksten ist die Nachfrage in Thailand, gefolgt von Singapur, Malaysia und Indonesien», halt Marcel Perren fest. In China stehe im Moment noch der Individualgast im Vordergrund, so Perren. Der MICE-Bereich stecke noch in der Entwicklungsphase. Eine Anfrage aus China hatte Luzern allerdings bereits: Eine Incentive-Gruppe mit 500 Teilnehmern wollte in Luzern übernachten. Das scheiterte an zu wenig Hotelbetten. Die Gruppe kam dann in Form eines Tagesausflugs dennoch vorbei. «In Luzern ist es schwierig, über 200 Personen auf einmal unterzubringen», erläutert Marcel Perren. «Die Stadt weist eher kleinstrukturierte Hotels auf. Viele Veranstalter wollen ihre Teilnehmer nicht auf zu viele Hotels verteilen.» Kommt dazu, dass die meisten Veranstalter ihren Anlass irgendwann zwischen Mai und Oktober organisieren wollen. «In dieser Zeit harzt es in Luzern sowieso mit freien Hotelkapazitäten», betont der Tourismusdirektor. In den Sommermonaten seien viele Hotels zu über 90 Prozent ausgelastet. Das ist zwar ein schöner Erfolg, aber sicher mit ein Grund, dass der MICE-Anteil an den Logiernächten in Luzern nur 20 bis 25 Prozent betragt. «In anderen Städten ist es gerade umgekehrt: Die haben MICE-Anteile von 75 Prozent», so Perren. Er verfolgt mittelfristig das Ziel, den MICE-Anteil in Luzern auf 30 Prozent zu erhöhen.

Luzern: MICE-Glanz

 Keine Schockstarre wegen Bürgenstock

Perren will mit mehrtägigen Veranstaltungsformaten neue Gaste nach Luzern holen und damit die Nebensaison weiterentwickeln. Dass ihm der neue Hotelkomplex auf dem Burgenstock einen Strich durch die Rechnung macht, befürchtet er nicht. Im Gegenteil: Er geht davon aus, dass Stadt und Resort gegenseitig voneinander profitieren können. Sorgen bereitet dem Tourismusdirektor nämlich zur Zeit, dass das Hotel Palace seine Turen vor wenigen Tagen geschlossen hat. Der neue Besitzer Yunfeng Gao, der auch in Engelberg in die Hotellerie investiert, will das 5-Sterne-Haus wahrend 18 Monaten umbauen. Damit werden die Betten im Luxussegment in Luzern knapp. Mit dem Burgenstock Resort haben die Gaste aber eine neue Option. Umgekehrt weist das MICE-Hotel des Burgenstocks – das 4-Sterne-Hotel Palace – nur gerade 108 Zimmer auf. Das bedeutet, dass bei grossen Events die Gaste teilweise in Luzern und Umgebung übernachten werden. Aus diesem Grund ist die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees auch daran, ein neues Shuttle-Schiff zu bauen. Es wird die Reisezeit von Luzern auf den Burgenstock auf unter 30 Minuten verkürzen.

Luzern: MICE-Glanz

Stadt, See und Berge aus einer Hand

Das zeigt auch, dass man die Stadt Luzern wohl nicht isoliert betrachten sollte. Die Luzern Tourismus AG (LTAG), die Marcel Perren führt, vermarktet nicht nur die Stadt, sondern auch die ganze Region rund um den Vierwaldstättersee. Die Schifffahrtsgesellschaft, die in diesem Jahr mit dem Motorschiff Diamant eine neue Eventlocation geschaffen hat, verknüpft die Stadt mit den Destinationen rund um den See. Und von da aus geht es nicht nur beim Burgenstock rasch in die Hohe, sondern beispielsweise auch bei einer gastronomischen Erlebnisfahrt auf die Rigi oder bei einem Seminar auf dem Pilatus. Das Bergbahnunternehmen hat in den letzten Jahren 30 Millionen in die Gesamterneuerung des denkmalgeschützten Hotels Pilatus-Kulm inklusive Businesscenter investiert. «Dort oben gibt es sehr schone Meetingräume», halt Marcel Perren fest. «Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz fuhrt jeweils ihren Jahresanlass auf dem Pilatus durch.» Und dann gibt es natürlich noch MICE-Standorte, die weder direkt am Vierwaldstättersee noch auf einem der Berge zu finden sind: Das neu renovierte Seminarhotel Sempachersee in Nottwil beispielsweise – oder der Campus Sursee, der zur Zeit gerade ein neues Sportzentrum baut.

www.luzern.com

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