Freiburg: ein MICE-Bijou im Zentrum der Schweiz

Freiburg: Blick auf die Saane

Mit Bundespräsident Berset und Nationalratspräsident de Buman ist die Bundespolitik derzeit fest in Freiburger Hand. Die Tourismusverantwortlichen machen sich dies zu Nutze, haben aber auch sonst neue Wege im Marketing eingeschlagen. Beispielsweise mit Fribourg Meeting.

Der höchste Schweizer hat in diesem Jahr einen speziellen Draht zum Tourismus: Der Freiburger Nationalrat Dominique de Buman ist Präsident des Schweizer Tourismus- Verbands. «Er ist sehr gut vernetzt und öffnet uns Türen in die Bundesverwaltung», hält Carole Chevalley von Fribourg Meeting dazu fest. Im Dezember hatte der Kanton Freiburg gleich zwei Staatsempfänge mit unterschiedlichem Festprogramm zu organisieren, da er in diesem Jahr mit Alain Berset auch den Bundespräsidenten stellt. Von Berset erhoffen sich die Tourismusverantwortlichen positive Auswirkungen aufs Image. Der junge Bundespräsident zeige, dass Freiburg nicht nur ein traditionsverbundener Kanton mit hübschen Kühen sei, findet Christophe Renevey, Marketingleiter des Tourismusverbands Fribourg Région. Berset repräsentiere das dynamische, moderne Freiburg.

MICE-Geschäft Schritt für Schritt ausbauen

Freiburg ist vielseitig – reicht es doch von der Seenregion im Norden über die Zentrumsregion mit der Zähringerstadt Freiburg bis zu den Voralpen im Süden. Um Veranstaltungsplanern die Übersicht zu erleichtern, haben die Hoteliers, der Tourismusverband Fribourg Région und der Kanton Freiburg die Organisation Fribourg Meeting aus der Taufe gehoben. Dreh- und Angelpunkt ist dabei Carole Chevalley. Seit 2015 ist sie Ansprechperson für die Organisation von Betriebsanlässen, Seminaren, Kongressen und Generalversammlungen im ganzen Kantonsgebiet. Die Freiburgerin, die Mitinhaberin einer Eventagentur in Zürich ist, arbeitet auf Mandatsbasis und fungiert auch als Botschafterin Freiburgs in der Deutschschweiz. «Auf Wunsch gehe ich bei einer Firma auch persönlich vorbei, um den geplanten Anlass zu besprechen», erzählt Carole Chevalley. Zu Beginn ihrer Tätigkeit bei Fribourg Meeting – insbesondere im Jahr 2016 – lag der Fokus auf der Analyse und Optimierung des Internetauftritts. 2017 wurde das Thema Weihnachtsessen aufbereitet. Und in diesem Frühling wartet Fribourg Meeting mit einem Sonderangebot für Seminare ab 20 Personen auf.

Neue Tagespauschale «Fribourg Meeting Business»

Der Clou dabei: Die Tagespauschale «Fribourg Meeting Business», die bis Ende Juni gebucht werden kann, ist in allen Seminarhotels gültig, die bei Fribourg Meeting mitmachen. Sie beinhaltet ein Sitzungszimmer mit Standardausrüstung, ein Mittagessen mit 2-Gang-Menu sowie zwei Kaffeepausen und kostet 65 Franken pro Person und Tag. Die Tagespauschale «Fribourg Meeting Business Plus» bietet in der Vormittagspause zusätzlich ein Freiburger Brioche und zum Mittagsessen ein 3-Gang-Menu mit einem Dessert aus der Region. Die Kosten hierfür: 75 Franken pro Person und Tag. Wird der Anlass mit einer Übernachtung verknüpft, locken vergünstigte Hotelpreise, die auf der Homepage von Fribourg Meeting auch gleich aufgelistet sind. «Bei uns sind Tagesseminare das häufigste eranstaltungsformat. Nur eine Minderheit bucht einen Apéro, eine Besichtigungstour oder einen Teambuilding- Event dazu», führt Carole Chevalley aus. «Unser Ziel ist deshalb, die zahlreichen Zusatzangebote besser zu verkaufen.»

Freiburg, Greyerz und Murten punkten mit Vielfalt

Die Tourismusverantwortlichen verfügen über gutes Grundlagenmaterial, um darauf aufzubauen. So führt beispielsweise Fribourg Tourisme seit drei Jahren eine Statistik zum Geschäftstourismus in der Stadt. «Wir zählen pro Jahr über 1100 Anlässe. Ein Drittel davon ist mit mindestens einer Übernachtung gekoppelt», führt Raymond Surchat, Präsident von Fribourg Meeting und Präsident der Freiburger Hoteliers, aus. Der Direktor des Seminarhotels Au Parc in Freiburg denkt über seinen eigenen Betrieb hinaus: «Wir haben in Freiburg insgesamt nur gerade 500 Hotelzimmer. Wir müssen zusammenarbeiten, um beispielsweise auch Kongresse mit 300 Personen durchführen zu können.» Kooperationen werden allerdings nicht nur auf betrieblicher sondern auch auf regionaler Ebene gross geschrieben, denn die Wege sind kurz. Die mittelalterliche Stadt Greyerz zieht jährlich eine Million Besucher an. Ein starker Trumpf ist hier das Maison Cailler, das im letzten Jahr die Besucherzahlen um sieben Prozent steigern konnte (siehe auch Box Rahmenveranstaltungen). Murten war lange eine reine Sommerdestination, positioniert sich mit dem Festival des Lumières, das mittlerweile 80’000 Besucher zählt, neuerdings auch im Winter. Fribourg Meeting hat für die nächste Austragung bereits einen VIP-Abend für Firmen konzipiert.

Freiburg: Funiculaire

Kongresslokale kämpfen um Marktanteile

Wenn es um Grossveranstaltungen geht, verfügt der Kanton Freiburg mit dem Forum Fribourg und dem Espace Gruyère in Bulle über zwei Kongresslokalitäten. Das Espace Gruyère umfasst 12 Hallen und Räume auf einer modularen Fläche von 9000 m². Alljährlich findet dort im Herbst die Gourmet-Messe «Goût et Terroirs» statt. Auch hierzu hat Fribourg Meeting unter dem Motto «Käse, Kultur und Schokolade» bereits zwei Firmenprogramme ausgearbeitet. Bekannter ist jedoch das Forum Fribourg mit 15 Hallen und Räumen auf einer Fläche von 17’000 m². Es bietet Platz für Veranstaltungen mit bis zu 10’000 Teilnehmern. Das Kongresslokal spürte in den vergangenen Jahren die Währungskrise und die damit verbundenen Kosteneinsparungen bei den Unternehmen, wie die Touristiker einräumen. «Das Forum Fribourg setzt nun aber verstärkt auf publikumswirksame Events», weiss Carole Chevalley. «Zudem wollen wir das Forum vermehrt bei der Akquise von Generalversammlungen grosser Unternehmen und bundesnaher Betriebe unterstützen.» Von Vorteil sei dabei die zentrale Lage und der bis zu 20 Prozent günstigere Preis als in anderen Städten. Anfangs April konnte das Forum Fribourg jedenfalls bereits die Generalversammlung der Swisscom willkommen heissen.

Freiburg: Kongresshalle

www.fribourg-meeting.ch

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