Solothurn Tourismus: Mit Meilenstiefeln unterwegs

Solothurn Tourismus
Foto: © Urs Amiet für Solothurn Tourismus

Solothurn Tourismus: Solothurn hat die Logiernächtezahlen in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt: Ist das dem Schweizer Tourismuspreis Milestone zu verdanken, den die Tourismusorganisation für die Seminarmeile Solothurn und Solothurn Services erhalten hat? Nicht nur, aber auch, findet Tourismusdirektor Jürgen Hofer.

Die Zahlen sind beeindruckend: Im Jahr 2006 verzeichnete die Region Solothurn 46‘566 Logiernächte. Zehn Jahre später – also 2016 – waren es bereits 87‘176 Logiernächte. 80 Prozent davon entfallen auf Business- und MICE-Gäste, wie Jürgen Hofer, Direktor von Region Solothurn Tourismus (RSOT), im Gespräch mit der Event Emotion festhält. Nur 20 Prozent sind dem Leisure-Tourismus zuzuordnen. Da drängt sich die Frage förmlich auf, ob der Tourismuspreis Milestone für zusätzlichen Schub gesorgt hat. Vor fünf Jahren – also 2012 – erhielt die Tourismusorganisation den dritten Preis in der Kategorie „Herausragendes Projekt“ für Solothurn Services und die Seminarmeile Solothurn. „Mit dem Preis erhält man nicht automatisch mehr Buchungen, aber eine Anerkennung und Bestätigung für die geleistete Arbeit“, betont Jürgen Hofer. „Das Projekt war damals ja bereits 16 Jahre alt.“

Neues Hotel dank Kooperation

Ein kurzer Blick zurück: Bereits 1996 wurde die Interessengemeinschaft gegründet, die das Seminarangebot im Raum Solothurn bündelt und vorantreibt. Erich Egli war damals noch Tourismusdirektor, Jürgen Hofer führte das Kultur- und Kongresszentrum Altes Spital in Solothurn. Das war der Grundstein für Solothurn Services, die Seminar- und Kongressabteilung der Tourismusorganisation (siehe auch Zahlen- und Fakten-Box). Aussergewöhnlich ist dabei, dass eine kleine Stadt wie Solothurn mit 17‘000 Einwohnern überhaupt über eine solche Dienstleistung verfügt. 2006 kam die Seminarmeile Solothurn dazu. Dabei handelt es sich um ein Public-Private-Partnership-Projekt. Dank der Kooperation von Stadt und Kanton Solothurn mit der Credit Suisse Funds AG als Investorin konnte ein Ramada Hotel (heute H4 Hotel) mit 100 Zimmern erstellt werden und mit dem Palais Besenval und dem Landhaus zum grössten städtischen Seminar- und Kongresszentrum zusammengeschlossen werden. 2012 wurde diese Entwicklung auf nationaler Ebene mit der Verleihung des Milestones gewürdigt.

Frischer Wind nach kurzer Flaute

Doch diesen Januar geriet die Seminarmeile Solothurn in die Kritik. Das Essen im Landhaus am Hilari-Abend, dem offiziellen Fasnachtsauftakt, war offenbar so schlecht, dass Stadtpräsident Kurt Fluri seinen Unmut öffentlich kundtat. Kein einfacher Start für Eric Ahrend, der im Februar die Direktion des Hotels Ramada (heute H4 Hotel) übernahm. Ist doch das Hotel im Rahmen der Seminarmeile für das Catering im Landhaus und die Gastronomie im Palais Besenval zuständig. „Wir haben analysiert, woran es gelegen hat, und Massnahmen daraus abgeleitet“, hält Eric Ahrend fest. Nun müsse wieder Vertrauen geschaffen werden. „Wir durften beispielsweise für die Firma Jura im Landhaus eine Award-Verleihung mit 400 Personen durchführen und erhielten dafür sehr gute und konstruktive Rückmeldungen.“ Doch im Moment hält den Hotelmanager noch etwas ganz anderes auf Trab: Das Rebranding des 4-Sterne-Betriebs (siehe auch Box H-Hotels). „Wir hoffen, dass wir bis Ende September die Hardware organisiert haben. Es gibt beispielsweise in den Zimmern ein neues Bettenkonzept, neue Nespresso-Maschinen sowie eine neue, eigene Pflegelinie“, führt Ahrend aus. Dann gehe es darum, die Mitarbeiter bezüglich Firmenleitbild und Service-Standards zu schulen. Obwohl das Rebranding einen anspruchsvollen Aufwand bedeutet, sieht Ahrend Vorteile darin: „Wir können noch in diesem Jahr unseren Gästen neue Standards präsentieren, neue Annehmlichkeiten integrieren, Firmen eine neue Tagungstechnik und modernisierte Seminarräume zur Verfügung stellen sowie ein Restaurant mit neuem Mobiliar in Betrieb nehmen.“ Der neue Brand bringe spürbare Veränderungen.

Dank der Seminar- auch eine Ausgehmeile

Tourismusdirektor Jürgen Hofer wird die Situation beidseits der Aare – das moderne H4 Hotel liegt direkt vis-à-vis des Barock-Ensembles Palais Besenval und Landhaus – sicher aufmerksam verfolgen. Er weiss, dass sich Solothurn nicht auf dem Preis von 2012 ausruhen  darf. „Wir müssen dafür sorgen, dass auch die neue Generation den IG-Spirit mitträgt, vermehrt an einen Tisch sitzt, kritisch mitdenkt und das Seminarangebot weiterentwickelt.“ Denn Stillstand ist bekanntlich gefährlich. Doch bislang hat es den in Solothurn kaum gegeben. Denn die Seminarmeile hat eine Eigendynamik entwickelt. „Sie brachte mehr Leben in die Stadt Solothurn ,worauf sich die Ausgehmeile am Aarequai etablierte“, erzählt Jürgen Hofer. Und Solothurn Services? Die Seminar- und Kongressabteilung diente als Modellbeispiel für die Gründung von Olten Meetings, das mittlerweile ebenfalls preisgekrönt ist. Olten Meetings wurde 2014 mit dem Solothurner Tourismuspreis ausgezeichnet.

www.solothurn-city.ch

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